Freitag, 21. September 2018

Welche Mutter hat es nicht schon mal erlebt: Die Tochter ist kurz vor dem Teenie Alter und dreht vollkommen durch. Die Hormone haben sie so fest im Griff das zwischen einer tanzenden und singenden Heranwachsenden und einem zu Tode betrübten und heulenden Kind nur ein seidener Faden gespannt ist.



Wie reagiert man da richtig?



Einige Mütter schreien und toben, andere reißen sich im ersten Moment zusammen nur um dann in der Stille das ein oder andere Tränchen zu verdrücken. Im schlimmsten Fall hat die Mutter sich irgendwann nicht mehr unter Kontrolle. Hat das letzte bisschen Geduld und Nachsicht verloren. Ihr rutscht die Hand aus.



Vorab: Egal was du als Mutter (oder in meinem Fall Stiefmutter) tust, es ist falsch. Für den Vater dessen Prinzessin ja gerade die Krise ihres Lebens bestreitet. Für die Verwandtschaft, im speziellen Oma und Opa, weil du viel zu streng mit dem armen Kind bist. Für Freunde die natürlich keine derartigen Probleme haben und das gar nicht verstehen können denn dein Kind sei ja so gut erzogen und immer brav wenn es bei ihnen zu Besuch ist. Und so weiter und sofort.



Nun will ich hier euch verzweifelten Mamas mal eines sagen: Ja, eure Kinder können wirklich einfach nur schei*e sein. Das liegt in der Natur der Sache. Und keiner, aber auch wirklich keiner, musste niemals durch diese Phase. Auch wenn ihr immer wieder zu hören bekommt „Also diese/solche Problemen hatten WIR ja nicht.“ Jaja, am A*sch.



Wenn ich mich an meine Jugend zurück erinnere war es eigentlich der super Gau: Meine Mutter kam in die Wechseljahre und ich in die Pubertät. Wir beide wussten mit unseren Hormonen nichts anzufangen. Es war ein 3 Generationen Haushalt. Meine Oma mütterlicherseits lebte mit uns zusammen. Und auch meiner Mutter ging es so wie mir heute. Die ganzen klugen Ratschläge, das einmischen in die Erziehung, das mäkeln an der Haushaltsführung und ein Ehemann der ruhig daneben saß wenn meine Mama sich mal wieder mit mir in den Haaren hatte.



Es ist schrecklich ermüdend der Buhmann der Welt zu sein. Das Kind versteht nicht warum es die Spülmaschine ausräumen oder wenigstens seine dreckige Wäsche in den Wäschekorb packen soll. Man findet beim Aufräumen zum 1000. Mal Klamotten, kaputtes Spielzeug, Tempos und wer weiß was noch unter dem Bett. Es steht ja auch im Zimmer kein Mülleimer…..Ach halt, doch. Natürlich wird dieser regelmäßig von Mama geleert. Für das Kind wäre das auch zu viel. Und dann meckert die Alte wieder.



Der Mann sitzt auf der Couch und fühlt sich beim Fernsehen gestört. „Muss hier immer wieder Theater sein? Ich will meine Ruhe!“ „Oh entschuldige bitte das ich dein Kind erziehe. Wohlgemerkt: DEIN Kind.“ Und schon ist der nächste Streit auf dem Tagesprogramm.



Mama darf putzen, kochen, entertainen und im besten Fall auch noch Kohle mit nach Hause bringen. Dann gibt es einmal im Jahr ein Bild und ein paar Blumen und der Rest der Familie kann sich wieder 364 Tage ausruhen und darauf vertrauen das Mama den Dreck nicht sehen kann und spätestens nach dem dritten Mal um Hilfe bitten doch alles alleine macht.



Mütter, ich kann euch verstehen. Manchmal hat man keinen Bock mehr und will am liebsten 4 Wochen All Inclusive Urlaub auf den Bahamas machen. Man träumt sich in die Sonne, mit einem Cocktail in der Hand und einem, den Fächer schwingenden, jungen Mann an seiner Seite. Danach wüssten Kinder und Ehemann ja schon was man so alles leistet. Und dann fällt einem ein dass man ja irgendwann wieder nach Hause müsste und das es zuhause aussehen würde wie Dresden ’45.

Also Lappen in die Hand und weiter geht’s.



Und so bitte ich einfach um ein bisschen Verständnis für uns Mütter wenn man einfach mal keinen Bock hat sich verführerisch raus zu putzen, auszugehen und es dann so richtig krachen zu lassen, sondern einfach abends in der alten Jogginghose auf der Couch einschläft.



Wir leisten Höchstarbeit damit euer Leben ruhig und angenehm ist.

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